Hörverlust
Statistiken zeigen, dass einer von sieben Europäern nicht gut hört und dass einer von zehn so schlecht hört, dass ein Hörgerät eine Verbesserung bringen würde.
Untersuchungen (Maastricht-Bericht von 1999 über Hörverluste) unterstreichen auch die Tatsache, dass nur eine Minderheit – in der EU sind dies weniger als 14% – deren, bei denen ein Hörgerät Vorteile bringen würde, auch wirklich solche tragen.
Der Grad des Hörverlustes variiert von Person zu Person
Zwischen gutem Hören und Taubheit liegt eine grosse Bandbreite von unterschiedlichen Hörverlust-Graden. Bei deren Bestimmung unterscheidet man zwischen leicht, mittel, stark und hochgradig. Die meisten Hörverluste treten im Bereich leichte bis mittlere Hörverluste auf.
Was bedeutet der Grad des Hörverlustes?
Leichter Hörverlust: Leise Geräusche werden nicht gehört; in lärmiger Umgebung bereitet es Mühe, Sprache zu verstehen. Mittlerer Hörverlust: Leise und mittellaute Geräusche werden nicht gehört; es bereitet erhebliche Schwierigkeiten, Sprache speziell bei Hintergrundgeräuschen zu verstehen. Schwerer Hörverlust: Gewisse laute Geräusche bleiben hörbar, aber mündliche Kommunikation ist ohne Hörgeräte unmöglich. Hochgradiger Hörverlust: Einige sehr laute Geräusche werden gehört, aber mündliche Kommunikation ist ohne Hörgeräte unmöglich.
Ein Hörverlust kann durch Behinderung oder Beschädigung eines der drei Ohrteile entstehen (siehe Funktion des Ohres).
Hörverlust-Arten
Ein Hörverlust verursacht durch ein Problem im Aussen- oder Mittelohr heisst Schallleitungsschwerhörigkeit. Ein durch ein beschädigtes Innenohr verursachter Hörverlust heisst Schallempfindungsschwerhörigkeit (sensorineuralerHörverlust). Wenn der Hörverlust durch beide Probleme verursacht wird, handelt es sich um einen kombinierten Hörverlust.
Das Ohr – ein komplexes Organ
Mögliche Ursachen eines Hörverlustes beim …
... äusseren Ohr
Ohrschmalzpfropfen und Infektionen des Gehörganges gehören zu den typischen Problemen des äusseren Ohres.
... Mittelohr
Entzündungen, Perforationen des Trommelfells und die Otosklerose (eine die Beweglichkeit des Steigbügels beeinträchtigende Verkalkung) beeinflussen am häufigsten die Mittelohrfunktion. Die meisten Störungen im äusseren und mittleren Ohr können medikamentös oder operativ behoben werden. Ist dies nicht möglich, kann eine bleibende Hörschwäche in den meisten Fällen erfolgreich durch ein Hörgerät ausgeglichen werden.
... Innenohr
Die meisten Hörprobleme sind das Resultat von beschädigten Strukturen im Innenohr. Typische Ursachen sind der natürliche Alterungsprozess, starke Lärmeinwirkungen, die Einnahme für das Ohr schädlicher Medikamente oder Schädelbrüche. Durch solche Einwirkungen werden die feinen Haarsinneszellen beschädigt und damit die Weiterleitung der Signale an die Hörnerven behindert. In der Regel können Innenohrschwerhörigkeiten nicht medizinisch behandelt werden, aber gut angepasste Hörgeräte können beim Bewältigen solcher Hörverluste eine grosse Hilfe sein.
Tinnitus
Tinnitus ist das Hören eines Rauschens, Pfeifens oder eines anderen Klanges im Kopf. Dieser kann im Zusammenhang mit einem Hörverlust auftreten. Die Ursachen eines Tinnitus sind so vielfältig wie die Ursachen eines Hörverlusts und die individuelle Ursache kann nicht in jedem Fall ermittelt werden. |